Begin of page section:
Page sections:

  • Go to contents (Accesskey 1)
  • Go to position marker (Accesskey 2)
  • Go to main navigation (Accesskey 3)
  • Go to sub navigation (Accesskey 4)
  • Go to additional information (Accesskey 5)
  • Go to page settings (user/language) (Accesskey 8)
  • Go to search (Accesskey 9)

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Page settings:

English en
Deutsch de
Search
Login

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Search:

Search for details about Uni Graz
Close

End of this page section. Go to overview of page sections


Search

Begin of page section:
Main navigation:

Page navigation:

  • University

    University
    • About the University
    • Organisation
    • Faculties
    • Library
    • Working at University of Graz
    • Campus
    Developing solutions for the world of tomorrow - that is our mission. Our students and our researchers take on the great challenges of society and carry the knowledge out.
  • Research Profile

    Research Profile
    • Our Expertise
    • Research Questions
    • Research Portal
    • Promoting Research
    • Research Transfer
    • Ethics in Research
    • Commission for Scientific Integrity
    Scientific excellence and the courage to break new ground. Research at the University of Graz creates the foundations for making the future worth living.
  • Studies

    Studies
    • Prospective Students
    • Students
  • Community

    Community
    • International
    • Location
    • Research and Business
    • Alumni
    The University of Graz is a hub for international research and brings together scientists and business experts. Moreover, it fosters the exchange and cooperation in study and teaching.
  • Spotlight
Topics
  • Sustainable University
  • Researchers answer
  • Work for us
Close menu

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
You are here:

University of Graz University Library Graz News Unverwundbarkeit ganz ohne Drachenblut? Ein mittelalterlicher Waffensegen
  • Search & Borrow
  • Study & Work
  • Research & Publish
  • Support & Courses
  • Libraries & Collections
  • About us
  • News
  • Events

End of this page section. Go to overview of page sections

Monday, 23 March 2026

Unverwundbarkeit ganz ohne Drachenblut? Ein mittelalterlicher Waffensegen

Waffensegen

Wenn Siegfried und andere Helden das nur gewusst hätten: Wer sich mit Worten vor Waffen schützen kann, ist klar im Vorteil.

Universitätsbibliothek Graz, Ms. 1228 (fol. 32v)

Papier, Pergamenteinband, 81 Bl., 210 x 130 mm, 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, Provenienz unbekannt 

Handschrift

Der Codex 1228 ist eine theologisch-juristische Sammelhandschrift, die hauptsächlich kürzere lateinischer Texte (z.B. einen Tractatus de confessione), aber insbesondere unter den Miszellen auch kleinere deutsche Texte enthält. Der Einband besteht aus Pergament, während die Quartseiten Papier als Beschreibstoff haben. Neben dem sog. Waffensegen enthält die Handschrift auch einige Gebetstexte, einen Wundsegen und eine Traumdeutung sowie einen Kaufvertrag (im Einband) in deutscher Sprache.

Text 

(fol. 32v) Swer den segen all tag spricht, der sol daz siecherleichen gelauben, daz in chain [waffen] nicht verbunden mag: „Herr, ich enphilch mich heut in al dein macht vnd in dez heiligen chraeucz chraft vnd in die chausch meiner frawen sand Marian. Vor allen meinen veiten [lies: veinden] sichtigen und vnsichtigen gesegne mich der segen, den der prester tůt mit vnserem herrn vber sein heiliges plůt, daz vnserm herrn auz seinen heiligen fünf wunden wFt. Daz sei vns hiut vnd ze allen zeiten vor allen wuntwaffen gůt vnd vor allen vnseren veinden vnser sel vnd vnser lesten zeit, vor den posen gaisten mFzen wir hiut vnd ze allen zeiten alz wol gesegnet sein alz der chelch vnd alz der wein vnd alz daz lembtig prot, daz vnser herre seinen heiligen jungern poͤt, vor allem vngelüche, daz vns schedleich sei an leib oder an sel.“ Dar zů sprich v pater noster und v ave maria.

Übersetzung

„Wer diesen Segen jeden Tag spricht, der darf sich sicher sein, dass ihn keine Waffe verwunden kann: ‚Herr, ich begebe mich heute in all deine Macht, in des heiligen Kreuzes Kraft und in die Keuschheit meiner Herrin, der Heiligen Maria. Vor allen meinen Feinden, sichtbaren und nichtsichtbaren, bewahre mich der Segen, den der Priester mit unserem Herrn über sein heiliges Blut spricht, das aus seinen heiligen fünf Wunden fließt. Das möge uns heute und zu allen Zeiten vor allen Wundwaffen schützen und vor allen unseren Feinden unserer Seele und unserer letzten Zeit, vor den bösen Geistern müssen wir heute und zu allen Zeiten wohl gesegnet sein wie der Kelch und wie der Wein und wie das lebendige Brot, das unser Herr seinen heiligen Jüngern bot, vor allem Unglück, das uns schädlich sei an Leib und Seele.‘ Dazu spreche fünf Vaterunser und fünf Ave Maria.

Kommentar

Der (neuzeitliche) Titel „Waffensegen“ mag zunächst suggerieren, dass es um die Segnung einer Waffe geht, bei genauer Betrachtung hingegen wird deutlich, dass es nicht ein Segen für Waffen, sondern gegen Waffen ist. Interessanterweise soll mit dem Segensspruch nicht nur vor leiblichen, sondern auch vor seelischen Schäden geschützt werden. Es ließe sich also das Kompositum wuntwaffen insofern durchaus breiter interpretieren, als damit nicht nur Waffen wie Schwerter gemeint sein dürften, sondern auch andere Bedrohungen, die in irgendeiner Form Schaden zufügen könnten. Das lässt sich etwa an Formulierungen wie dem gewünschten Schutz vor veinden vnsichtigen (unsichtbaren Feinden) oder vor posen gaisten (bösen Geistern) festmachen, vor denen die sprechende Person – neben den scharfen Waffen – ebenfalls geschützt werden soll. 

Inhaltlich stellt sich der Waffensegen in die Tradition anderer Segen wie etwa den sog. Wurmsegen, der ebenfalls die Heilung bzw. den Schutz von Personen vor Krankheiten zum Inhalt hat. Dabei folgt auch der „Waffensegen“ dem charakteristischen Aufbau in historiola und Segensformel. Erstere umfasst eine kurze Anrufung an Gott oder an eine Heilige bzw. einen Heiligen, die/der einst in einer ähnlichen Situation wie die sprechende Person war. Beim „Waffensegen“ wird zuerst der Bezug zu Gott, Maria und Jesus und dessen Tod durch die fünf Wunden am Kreuz hergestellt. Damit ist über die Wunden Christi eine Analogie zu dem erwünschten „Wundschutz“ des Segensprechers hergestellt. Danach folgt der eigentliche Segensspruch, der für den Schutz vor den Waffen und anderen Bedrohungen sorgen soll. Dieser wird abschließend mit fünf Paternoster und fünf Ave Maria abgerundet. Sprüche wie der „Waffensegen“ fallen dabei in jene Kategorie von Texten, die nicht primär aus der Schriftlichkeit stammen, sondern für den mündlichen Gebrauch gedacht waren. Ein Indiz dafür ist die Verwendung von Reimen, die zur besseren Merkfähigkeit dienen, wie etwa tůt auf plůt und wůt auf gůt oder prot auf pot.

Aufgrund einer mangelnden Erfolgsstatistik des Spruches wird davon abgeraten, ohne weitere Schutzausrüstung in einen Kampf zu ziehen. Fragen Sie hierzu einen Waffenmeister oder Priester Ihres Vertrauens. Alternativ wird als lebensverlängernde Maßnahme empfohlen, sich von Kämpfen im Allgemeinen fernzuhalten.

Ausgewählte Literatur:

  • Adalbert Jeitteles: Mittheilungen aus Grazer Handschriften. In: Germania 20 (1875), S. 437-444, hier S. 439f.
  • Althochdeutsche Literatur. Eine kommentiere Anthologie, hrsg. von Stephan Müller. Stuttgart 2007. S. 268 und 391-403.
  • Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. Überab. Neuausgabe. München 2003.

Christian Feichtinger, Projektarbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „EX Historische Medien (Mittelalterliche Handschriften)“, Institut für Germanistik, Germanistische Mediävistik, Univ.-Prof. Dr. Julia Zimmermann

Related news

Trial extended & Applied Science Commons

The trial period for selected content on Coherent Digital has been extended until the end of May 2026. In addition to [Policy Commons] and [History Commons], we now also have [Applied Science Commons].

Driving forces for circular and decarbonised mobility

New publication from Graz University Library Publishing

Öffnungszeiten für die Osterferien

Während der Osterferien (Montag 30.03. bis Sonntag 12.04.26) stehen Ihnen unsere Bibliotheken zu folgenden Zeiten zur Verfügung:

2. Lange Nacht des Krimis

Tauchen Sie ein in die spannende Welt des Verbrechens! Die 2. Lange Nacht des Krimis verspricht fesselnde Lesungen und aufschlussreiche Einblicke

Begin of page section:
Additional information:

University of Graz
Universitaetsplatz 3
8010 Graz
Austria
  • Contact
  • Web Editors
  • Moodle
  • UNIGRAZonline
  • Imprint
  • Data Protection Declaration
  • Accessibility Declaration
Weatherstation
Uni Graz

End of this page section. Go to overview of page sections

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:

End of this page section. Go to overview of page sections