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Der "Rübenpfennig"

Bei der Digitalisierung der Handschrift MS 757, einem Brevier aus dem 14. Jahrhundert, wurde ein interessanter Fund gemacht: tief im Falz verborgen fand sich eine kleine einseitig geprägte Silbermünze.

Die Prägung der Münze lässt die Jahreszahl 1500 über einem Doppelwappen erkennen, darunter ist der Buchstaben „L“ lesbar. Das Doppelwappen zeigt links einen gespaltenen Schild mit einem Löwen, das Salzburger Landeswappen, und rechts eine Rübe. Es handelt sich dabei um das Wappen des Leonhard von Keutschach, Erzbischof von Salzburg (1495–1519).

Als Erzbischof initiierte Leonhard von Keutschach umfangreiche Reformen im Bereich des Münzwesens in Salzburg, weshalb er dort als Begründer des neuzeitlichen Münzwesens gilt.[1]  Berühmt wurde vor allem die ab 1504 unter ihm geprägte Großsilbermünze, der „Rübentaler“, der heute als numismatische Rarität gilt. Neben anderen kleineren Münzen, wie dem Zehner, Batzen oder Zweier, war der einseitig geprägte Pfennig mit dem Rübenwappen eine gängige Verkehrsmünze im Heiligen Römischen Reich der Frühen Neuzeit.[2] 

Ein solcher „Rübenpfennig“ wurde nun in der Handschrift MS 757 entdeckt. Wie die Münze ihren Weg in das Buch gefunden hat bleibt ein Rätsel. Vermutlich hat ein Leser sie unabsichtlich in die Handschrift fallen lassen und sie blieb unbemerkt fast 500 Jahre lang im Falz verborgen – bis sie im Zuge der Digitalisierung des ehemaligen Seckauer Bestands wiederentdeckt wurde.

Pia Fiedler, BA


[1] http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L01_leonhard_von_keutschach.htm

[2] Zöttl, Helmut (2014): Salzburg - Münzen und Medaillen 1500 – 1810. Salzburg: Frühwald. (ISBN: 978-3-9502590-0-1) 

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