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Weitere Praktiken

von HerausgeberInnen von Fake Journals und Fake Conferences

Call for Papers (Journals, Conferences)

Immer wieder erhalten WissenschaftlerInnen E-Mails von Verlagen, Journals oder Konferenzen, in denen unter attraktiven Bedingungen zum Einreichen eines Papers oder eines Konferenzbeitrags aufgefordert wird. Die versprochenen und über Publikations- bzw. Tagungsgebühren bezahlten Leistungen werden jedoch gar nicht oder nur sehr mangelhaft erbracht.

Dahinter verbergen sich häufig so genannte „Fake Journals“ und „Predatory Conferences“, die über Massenaussendungen von E-Mails versuchen, Beiträge für eine Zeitschrift oder eine Tagung zu lukrieren. Oft handelt es sich um ein völlig anderes Fachgebiet als jenes, in dem der Wissenschaftler bzw. die Wissenschaftlerin eigentlich tätig ist, da sich die HerausgeberInnen von Fake Journals nicht die Mühe machen, ihre Mails zielgruppenspezifisch zu versenden – es sollen mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele potentielle KundInnen erreicht werden. Um Interesse zu wecken, wird meist mit sehr kurzen Publikationszeiten (wenige Wochen) und unrealistisch schnellen Peer-Review-Verfahren (einige Tage bis wenige Wochen) geworben – ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Peer-Review-Verfahren, so es überhaupt stattfindet, aufgrund der knappen Zeit nur oberflächlich durchgeführt werden kann.

 

Call for Editors, Call for Reviewers

Um den Anschein von Seriosität zu wahren, versenden Fake Journals immer wieder Anfragen an WissenschaftlerInnen mit der Bitte, sich als Editor oder Reviewer zur Verfügung zu stellen. Oft ist ein derartiger Aufruf auch als Zusatzanmerkung in einem Call for Papers enthalten.

WissenschaftlerInnen, die sich auf derartige Aufrufe hin melden, erhalten jedoch selten bis nie Papers für ein Review bzw. werden zwar als Editor auf der Homepage der Zeitschrift gelistet, ohne jedoch jemals für zeitschriftenbezogene Tätigkeiten kontaktiert zu werden. Es geht den Fake Journals dabei nur um die Namen, mit denen sie das Journal dann „schmücken“ können, um es aufzuwerten und Qualität zu suggerieren.

 

Ungefragtes Nennen als Editor (Journals) oder Keynote Speaker (Conferences)

Viele Fake Journals machen sich nicht die Mühe, bei WissenschaftlerInnen anzufragen, ob sie als Editor für die Zeitschrift fungieren möchten. Sie listen willkürlich Namen von WissenschaftlerInnen als Editorial Board Members auf, ohne dass diese Personen wissen oder ihr Einverständnis gegeben haben, im Zusammenhang mit dieser Zeitschrift genannt zu werden. Oft wird auch keinerlei Zeit investiert, um WissenschaftlerInnen des betreffenden Fachgebiets zu finden – es werden einfach wahllos teils völlig fachfremde WissenschaftlerInnen als Editoral Board Members genannt.

Es gibt auch Fälle, in denen Fotos von WissenschaftlerInnen ohne Genehmigung von einer Webpage genommen und einem fiktiven Editor zugeordnet wurden.

Ähnlich gehen Predatory Conferences vor. Sie nennen im Tagungsprogramm FachexpertInnen als Keynote Speakers, ohne die Personen informiert oder eingeladen zu haben. Mit den bekannten Namen soll der Anschein der Seriosität und hohen Qualität der Tagung gewahrt werden sowie weitere WissenschaftlerInnen dazu bewogen werden, Vorträge einzureichen und nach Annahme des Vortrags die Tagungsgebühr zu zahlen. Die angekündigten Keynotes fallen vor Ort dann aus, wie auch die Tagungen insgesamt meist schlecht organisiert sind.

Es hat sich in diesem Zusammenhang als sinnvoll erwiesen, dass WissenschaftlerInnen hin und wieder über die Suchmaschine ihrer Wahl überprüfen, ob sie ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung bei einer Zeitschrift als Editorial Board Member bzw. bei einer Tagung als Keynote Speaker genannt werden.

 

Instrumentalisierung von Fake Journals zur Verbreitung strittiger wissenschaftlicher Theorien

Fake Journals werden mittlerweile auch von WissenschaftlerInnen genutzt, um strittige Theorien zu publizieren und diese Publikationen dann medienwirksam als wissenschaftliche Fakten zu präsentieren. Ein Beispiel ist die Leugnung des Klimawandels. Diese fragwürdige Vorgehensweise wurde vom „Guardian“ recherchiert und in einem Artikel publiziert. Damit kommt es zu einem Brückenschlag zwischen Fake News und Fake Journals.

Kontakt

Publikationsservices
Universitätsplatz 3a, 3.OG 8010 Graz

Web:https://ub.uni-graz.at/de/publikationsservices/

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