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Gefahren des Publizierens in Fake Journals

Die meist ausgesprochen kurze Dauer von wenigen Wochen bis zur Publikation ist für WissenschaftlerInnen zwar besonders attraktiv, für ein Peer-Review-Verfahren steht dadurch jedoch nur wenig Zeit zur Verfügung. Die Dauer bis zur Rückmeldung durch die Reviewer wird oft mit nur wenigen Tagen angegeben – ein erster Hinweis darauf, dass die Reviews entweder gar nicht oder nur sehr oberflächlich stattfinden. Aufgrund der fehlenden Qualitätskontrolle durch ein strenges Peer-Review-Verfahren ist die Qualität der publizierten Artikel häufig minderwertig.

In vielen Fällen missbrauchen die Verlage und HerausgeberInnen derartiger Fake Journals Open-Access-Publikationsmodelle, indem sie bei den AutorInnen die für Open-Access-Publikationen nicht unüblichen Article Processing Charges (APCs) zwar einheben, jedoch die verlagsüblichen Leistungen wie Editorial und/oder Peer Review, professionelles Layout, Marketing und langfristige Verfügbarkeit der Artikel gar nicht oder nur unzureichend erbringen. Ziel der Fake Journals ist nicht, qualitativ hochwertige Forschung zu publizieren, sondern mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Artikel online zu stellen und auf diese Weise maximalen Gewinn zu machen. Das Verrechnen von Gebühren ohne Erbringen verlagsüblicher Leistungen ist ein lukratives Geschäft, was die seit einigen Jahren rasant steigenden Zahlen unseriöser Verlage und Zeitschriften belegen.

 

Mangelhafte Qualitätssicherung

Peer-Review-Verfahren sind ein zentrales Instrument der inhaltlichen Qualitätssicherung. Hochwertiges Peer Review ist ein zeitaufwändiger Prozess sowohl für die ReviewerInnen als auch die AutorInnen. Problematisch sind jene Zeitschriften, die ein hochqualitatives Peer Review versprechen, dies jedoch in der Praxis nicht umsetzen, da eine Qualitätssicherung vorgegeben wird, die nicht stattfindet.

Geringe Sichtbarkeit und Auffindbarkeit der Artikel

HerausgeberInnen von Fake Journals behaupten auf der Homepage ihrer Zeitschriften häufig, dass die Zeitschriften in Datenbanken wie Scopus oder Web of Science indexiert seien. Dies ist jedoch nicht der Fall, wodurch die Inhalte eine geringere Sichtbarkeit und Auffindbarkeit haben. Wie sich in Online-Diskussionen zeigt, gibt es auch in der jeweiligen Fachcommunity einen Austausch zu möglichen Fake Journals.

Nicht garantierte langfristige Verfügbarkeit der Artikel

Seriöse Verlage sorgen dafür, dass die bei ihnen publizierten Artikel dauerhaft auffindbar und zugänglich sind. Ein Predatory Publisher legt darauf keinen besonderen Wert. Oft sind publizierte Artikel im Netz nach einiger Zeit nicht mehr auffind- und nachweisbar.

Risiko für die wissenschaftliche Karriere

Nicht mehr nachweisbare Publikationen können bei einer angestrebten wissenschaftlichen Karriere hinderlich sein. Da das Problem der Fake Journals zunimmt, ist darüber hinaus nicht auszuschließen, dass seitens der Universitäten und Forschungseinrichtungen bei Berufungsverfahren zukünftig verstärkt darauf geachtet wird, in welchen Medien die BewerberInnen ihre Forschungsleistungen publiziert haben.

Schädigung des eigenen wissenschaftlichen Rufs

Scheinen auf der eigenen Publikationsliste Papers auf, die in einem Fake Journal publiziert wurden, kann dies die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit in Zweifel ziehen und damit den wissenschaftlichen Ruf der Autorin bzw. des Autors beeinträchtigen. Auch wenn der Artikel qualitativ hochwertig ist, liegt der Verdacht nahe, dass er qualitative Defizite aufweist und in seriösen Journals nicht angenommen wurde.

Schädigung des Rufs der Universität

Werden an einer Universität wiederholt Forschungsergebnisse in Fake Journals publiziert, kann dies nicht nur dem Ruf der betroffenen WissenschaftlerInnen, sondern auch der ganzen Universität schaden. Dies impliziert nicht nur mangelhafte Forschungsleistungen und Qualifikation des wissenschaftlichen Personals, sondern darüber hinaus mangelhafte Qualitätssicherung und gegebenenfalls mangelhafte Forschungsunterstützung durch die Universität.

Unterstützung illegitimer Geschäftsmodelle und Geschäftspraktiken

Mit dem Publizieren in Fake Journals werden die betrügerischen Geschäftsmodelle der Predatory Publisher unterstützt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn für die Publikationen Gebühren in Form von Article Processing Charges (APCs) bezahlt werden. An von öffentlicher Hand geförderten Einrichtungen bedeutet die Zahlung von APCs an Predatory Publisher, dass mit öffentlichen Mitteln derartige Geschäftspraktiken finanziert werden.

Unsicherheit bei der Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen

Da Fake Journals eingereichte Papers ohne Qualitätskontrolle publizieren und diese in anderen Publikationen auch zitiert werden können, liegt hier ein Risiko für die Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Forschungsergebnisse vor. Besonders in Bereichen wie Gesundheit, Medizin und Biologie könnte das sogar gefährlich werden.

Kontakt

Publikationsservices
Beethovenstraße 8 8010 Graz

Web:ub.uni-graz.at/publikationsservices

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